Neurologie
Edelman, Gerald M.: Das Licht des Geistes. Wie Bewusstsein
entsteht. Düsseldorf 2004.
Der Nobelpreisträger für
Medizin veröffentlicht in diesem Buch seine Theorie
des Bewusstseins. Ich glaube nicht, dass sich sein Ansatz
und seine Begrifflichkeiten durchsetzen werden und wurde
bei der Lektüre das Gefühl nie ganz los, dass
sein Spiel mit verschiedenen Ebenen wohl stimmig, aber
doch zu konstruiert ist. Wenige Literaturhinweise, aber
ein hervorragendes Glossar und ein nützliches Register.
Edelmann Walter: Lernpsychologie. 6. Aufl. Weinheim 2000.
Ein Klassiker, der alle gängigen
Lerntheorien übersichtlich darstellt. Tolles Layout,
gute Strukturierung, Beispiele, Zusammenfassungen, Experimente,
Fazit, Exkurse, Literaturhinweise und ein ausführliches
Register. Erkenntnisse der modernen Hirnforschung werden
wohl in der nächsten Überarbeitung einfliessen.
Ekman, Paul: Gefühle lesen. Wie Sie Emotionen erkennen
und richtig lesen. München 2004.
Pflichtlektüre für alle,
die sich speziell für Gefühle und Emotionen
interessieren. Denn Paul Ekmann gilt nicht nur als einer
der Begründer dieser Forschungsrichtung, sondern
er hat auch ein Instrumentarium entwickelt, mit dem sich
Emotionen kategorisieren und damit bestimmen lassen.
Ausserdem kann er schreiben und komplizierte Dinge so
vereinfachen, dass sie ohne Banalisierung auch Laien
verständlich sind. Das Bildmaterial trägt zum
Unterhaltungscharakter dieses Fachbuches bei.
Elger, Christian E.: Neuroleadeship. Erkenntnisse der Hirnforschung für die Führung von Mitarbeitern. München 2009.
Im deutschsprachigen Raum sagten die Neurowissenschaftler bisher wenig zum Thema Leadership. Zumindest nicht öffentlich. Christian E. Elger, Direktor der Klinik für Epileptologie in Bonn, leistet also Pionierarbeit und gibt vor, worauf in Zukunft vermehrt zu achten ist. Die unzähligen Coaches und Verfasser von Führungsratgebern werden fortan nicht mehr sagen können, sie hätten von allem nichts gewusst. Ob sie allerdings auch dazu sind, ihre alten Modelle zu überdenken, bezweifle ich. Warum dem so ist, steht ebenfalls in diesem Buch, das ich gerne weiterempfehle. Auch wenn der Autor die Bremse nicht ganz losliess und seinen Lesern zu viele Gelegenheiten gibt, die alten Geschichten so umzudeuten, dass man persönlichen Veränderungen ausweichen kann.
Elsner Norbert; Lüer, Gerd (Hrsg): Das Gehirn und sein
Geist. Göttingen 2000.
An der Georg-August-Universität
Göttingen fand zur Jahrtausendwende eine Ringvorlesung
statt, deren Beiträge nun in dieser Sammlung nachzulesen
sind. Lesenwert ist das Buch auch, weil in ihm Fachleute
wie Wolf Singer zu Wort kommen, die zwar viel zu sagen
haben, aber nur wenig publizieren. Die 13 Beiträge
sind von unterschiedlicher Qualität, geben aber
auf engem Raum Einblick in unterschiedliche Denkmodelle.
Wer also nicht nur die Ansichten der Medienstars unter
den Neurologen kennen lernen will, bekommt mit diesem
Band Gelegenheiten zu Neuentdeckungen.
Ewert, Jörg-Peter: Neurobiologie des Verhaltens. Bern
1998.
Ein weiteres Lehrbuch, dessen Inhalt
ich zwar nicht in einer Prüfung wiedergeben möchte,
das mir aber als Nachschlagewerk grosse Dienste leistete.
Anhand ausgewählter Beispiele werden neurale Funktionsprinzipien
erklärt, deren Kenntnisse für die Beurteilung
psychosozialer Komponenten menschlichen Verhaltens sehr
nützlich sind.
Fuchs, Thomas: Das Gehirn – ein Beziehungsorgan. Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption. Stuttgart 2008.
Der Autor studierte Medizin, Philosophie sowie Geschichte und leitet heute als Professor für Psychiatrie die Sektion Phänomenologische Psychopathologie und Psychotherapie an der Universitätsklinik Heidelberg. Dieser berufliche Hintergrund führt ihn dazu, den reduktionistischen Ansatz vieler Neurowissenschaftler in Frage zu stellen, ohne seine Wissenschaftskollegen in die Pfanne zu hauen oder seinen Gegenpositionen Ewigkeitscharakter zu bescheinigen. Er macht lediglich eine übersichtliche Auslegeordnung, welche beliebten Puzzlesteine eventuell doch nicht passen könnten, wenn man den Fokus mehr auf die Interaktionen mit der Umwelt richtet. Wer nicht einfach blind die Thesen der Medienstars unter den Neurowissenschaftler übernehmen will und neugierig auf andere Meinungen ist, sollte dieses Buch lesen. Die Lektüre ist zwar manchmal schmerzhaft, macht aber den Weg zu weiteren Erkenntnissen frei.
Gasser, Peter. Was lehrt und die Neuropsychologie? Bern
2000.
Der Autor ist Professor für
Psychologie, Pädagogik und Didaktik an einem schweizerischen
Lehrerinnen-Seminar. Offenbar beherrscht er die Kunst,
die er seinen Seminaristen beibringen will, selber. Denn
der Stoff ist hervorragend aufgearbeitet. Allerdings
orientiert er sich an einigen Grössen der Neurologie,
deren Thesen ich nicht teile. Und zum Schluss hätte
ich mir lieber ein Stichwortregister als einen Wissenstest
gewünscht.
Geyer, Christian (Hrsg): Hirnforschung und Willensfreiheit.
Zur Deutung der neuesten Experimente. Frankfurt am Main 2004.
Eine empfehlenswerte Sammlung wichtiger
Aufsätze zur, ob der Mensch einen freien Willen
hat, der ihn von roboterähnlichen Wesen unterscheidet.
Der Herausgeber traf eine sehr kluge Wahl und konnte
die wichtigsten Fachleute für die Mitarbeit gewinnen.
Wer nicht Dutzende von Büchern lesen will, erhält
mit diesem Band einen aktuellen und verständlichen
Einblick in die umstrittene Thematik.
Gigerenzer, Gerd: Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. München 2007.
Der missglückte Titel suggeriert leider, das Unbewusste sei irgendwo im Bauch angesiedelt. Doch sobald man sich auf die Lektüre einlässt, wird auch dieser Irrtum aufgehoben. Der Leiter des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin erklärt auf selten anschauliche Weise, wie das Unbewusste Entscheidungen trifft. Dabei geht es ihm nicht darum, die Vernunft gegen die Intuition auszuspielen, sondern die Stärken und Anwendungsbereiche der beiden neuronalen Datenverarbeitungssysteme aufzuzeigen. Der Autor versteht es ausgezeichnet, seiner eigenen Theorie gerecht zu werden und Komplexes so zu vereinfachen, dass es verstanden wird und seinen wahren Kern trotzdem behält. Ein Buch, das ich gerne weiter empfehle.
Gladwell, Malcolm: Blink! Die Macht des Moments. Frankfurt
am Main 2005.
Ein Glückspilz, Tausendsassa
und Geschichtensammler, dieser amerikanische Wissenschaftsjournalist.
Rund um die nicht eben neue Erkenntnis, dass unser Gehirn
in Sekundenschnelle treffsichere Urteile fällen
kann, deren Entscheidungsprozedere uns verborgen bleibt,
bastelt Gladwell einen Bestseller. Ein Marketingerfolg,
der hoffentlich dazu beiträgt, den Homo Oeconomicus
endlich zu verabschieden.
Goldstein, Bruce E.: Wahrnehmungspsychologie. 2. Aufl. Heidelberg
2002.
Internationale Lehrbuchklassiker
gibt es wenige. Das ist einer davon. Grund: Auf über
800Seiten findet sich so ziemlich alles zum Thema. Und
zwar so geordnet, dass die Struktur einleuchtet, Zusammenhänge
erkennbar werden und Abbildungen einer nachvollziehbaren
Logik folgen. Nach jedem Kapitel gibt es Kontrollfragen,
wie es sich für ein Lehrbuch gehört. Die Literaturliste
scheint unendlich und die Register lassen fast keine
Wünsche offen. Dass dies alles seinen Preis hat,
leuchtet hoffentlich ein.
Goleman, Daniel: Soziale Intelligenz. Wer auf andere zugehen kann, hat mehr vom Leben. München 2006.
Der vermeintliche Vater der emotionalen Intelligenz verarbeitet zehn Jahre nach seinem Weltbestseller „EQ - Emotionale Intelligenz“ die Erkenntnisse der Neurologen zum Thema soziales Verhalten. Leider macht er dies formal und inhaltlich so, dass die Lektüre weder Laien, noch Spezialisten ganz befriedigen wird. Zumal Autoren Antonio Damasio, Joseph LeDoux oder Gerhard Roth bessere Vorlagen liefern. Wer die Geduld aufbringt, sich auch durch Golemans Mischung aus ungeglätteter Wissenschaftssprache und populärem Journalismus durchzubeissen, wird aber mit einer Fülle von überzeugenden Beispielen und guten Geschichten reichlich entschädigt.
Goswami, Usha: So denken Kinder. Bern 2001.
Wer sich für die Entwicklung des
Gehirns interessiert, wird sich automatisch mit dem Heranwachsen
des Menschen beschäftigen. Die englische Psychologin
schrieb dieses leicht verständliche Lehrbuch während
eines Forschungsurlaubs in Deutschland. Für Studenten,
die ihre Prüfung im Fach kognitive Entwicklung ablegen
müssen, fehlt wohl einiges. Aber ich finde mich in
solchen Einführungen besser zurecht als in dicken
Wälzern, in denen jedes physikalische und chemische
Detail in Schaubildern aufgeführt wird.
Hagner, Michael. Geniale Gehirne. Zur Erforschung der Elitegehirnforschung. München 2007.
Der Autor ist Professor für Wissenschaftsforschung, arbeitete acht Jahr lang am Berliner Max-Planck-Institut und lehrt seit 2003 an der ETH Zürich. Seine anspruchsvolle wissenschaftliche Aufarbeitung der Gehirnforschung zeigt unter verschiedenen Perspektiven, die Möglichkeiten, Grenzen und Irrtümer des menschlichen Entdeckungsdranges. Im Zentrum stehen weder die Erkenntnisse der letzten beiden Jahrzehnte, noch die Genies. Auch wenn Titel und Untertitel dies suggerieren. Klar zum Ausdruck kommt, dass Wissenschaft immer mit Kultur, Gesellschaft, Politik und menschlichen Eigenheiten verbunden ist. Der Autor relativiert zum Schluss auch den Ewigkeitscharakter und den Wahrheitsgehalt vieler moderner Thesen und Resultate.
Haken, Hermann, Haken-Krell, Maria: Gehirn und Verhalten.
Unser Kopf arbeitet anders, als wir denken. Stuttgart 1997.
Das Buch „Erfolgsgeheimnisse
der Natur“ erschien 1981 und wurde ein Longseller.
Der Professor für theoretische Physik legt nun mit
seiner Tochter zusammen ein Werk über die moderne
Gehirnforschung vor. Da ich mich sehr viel weniger für
die physikalischen und chemischen Vorgänge im Gehirn
interessiere als die beiden Autoren, gingen viele ihrer
Erkenntnisse an mir vorbei. Für Naturwissenschaftler,
die über ihr Gebiet hinausblicken wollen, auf den
eigenen Fachjargon aber nicht verzichten möchten.
Hamer, Dean: Das Gottes Gen. Warum uns der Glaube im Blut liegt. München 2006.
Nachdem der amerikanische Molekularbiologe Dean Hamer mit dem „Beweis“ eines Schwulengens in die Weltschlagzeilen geriet, sorgt er nun mit dem Gottes Gen für Aufruhr. Die behauptete wissenschaftliche Beweisführung ist an vielen Stellen so abenteuerlich, dass ein populistischer Schatten über sein Werk fällt. Würde der Autor lediglich behaupten, dass Spiritualität ein evolutionärer Wettbewerbsvorteil sei, der seine Spuren auch in den menschlichen Genen hinterlässt, wäre er wesentlich glaubwürdiger. Doch leider lässt er die Begriffsunschärfen zwischen Glaube, Religion, Spiritualität und Selbsttranszendenz stehen, wechselt fast übergangslos von wissenschaftlichen Experimenten zu persönlichen Annahmen und ist wenig wählerisch bei der Auswahl seiner Zeugen.
Haring, Bas: Sind wir so schlau wie wir denken? Der Wettstreit
zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz. Berlin
2005.
Ein Buch, das ich all denen wärmstens
zur Lektüre empfehle, die sich für Roboter,
künstliche Intelligenz und Ähnliches interessieren.
Denn der Autor ist vom Fach, kann schreiben und gibt
den aktuellen Stand der Diskussion wider. Tolle Beispiele
und Metaphern.
Hartmann, Martin: Gefühle. Wie die Wissenschaft sie
erklärt. Frankfurt am Main 2005.
In der Reihe „Campus Einführungen“ legt
der wissenschaftliche Mitarbeiter für Philosophie
der Goethe-Universität Frankfurt am Main eine tolle
Zusammenfassung des gegenwärtigen Erkenntnisstandes
vor. Auf 184 Seiten, klar strukturiert und die wichtigsten
Denkmodelle eingefangen, führt der Autor seine Leser
in die Welt der Gefühle ein. Die Beispiele zur Veranschaulichung
sind aktuell und einleuchtend.
Hawkins, Jeff: Die Zukunft der Intelligenz. Wie das Gehirn funktioniert und was Computer davon lernen können.
Hamburg 2006.
Die deutsche Taschenbuchausgabe des 2004 erschienenen Werks empfehle ich allen, die sich für den Brückenbau zwischen Künstlicher Intelligenz und Neubiologie interessieren. Der Autor ist Unternehmer in Silicon Valley und gilt als einer der angesehensten Computerdesigner. Auf gut 300 Seiten ergründet der Gründer des Redwood Neuroscience Institutes, was Intelligenz ausmacht und wie das Gehirn mit Hilfe von Analogien wenigsten kurzfristige Voraussagen ermöglicht. Es versteht sich fast von selbst, dass bei so genauer und kompetenter Vorgehensweise viele Mythen über Künstliche Intelligenz als unwissenschaftliche Spekulationen und Wunschträume entlarvt werden. Wie viele Amerikaner beherrscht auch Jeff Hawkins die Kunst, wissenschaftliche Erkenntnisse in anschauliche Bilder für die Laienwelt zu übersetzen. Dazu benutzt er auch Storytelling, Illustrationen, Grafiken und Zusammenfassungen von Studien. Eine kommentierte Literaturliste und ein Register runden das empfehlenswerte Buch ab.
Herrmann, Christoph; Fiebach, Christian: Gehirn & Sprache,
Frankfurt am Main 2004.
Auf 128 Seiten fassen die Autoren
das Wesentliche zum Thema zusammen. Aufgeteilt in Grundriss,
Vertiefungen und einen Anhang, ergänzt durch ein
Glossar und mit Literaturhinweisen für besonders
Wissbegierige. Kompakt, wie es der Name der Taschenbuchreihe
aus dem Fischer Verlag verspricht.
Herrmann, Christoph S. u.a. (Hrsg): Bewusstsein. Philosophie,
Neurowissenschaften, Ethik. Paderborn 2005.
Die Herausgeber konnten einige gewichtige
Autoren für die Veröffentlichung ihrer Thesen und
Untersuchungen gewinnen. Im ersten Teil geht es um Schlüsselkonzepte,
Empirie und Theorie, unterteilt in die Kapitel Willensfreiheit,
Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Nichtmenschliche Bewusstseinsformen.
Der zweite Teil, den ich mir länger gewünscht hätte,
widmet sich den Anwendungen und Praxisproblemen. Mit nützlichem
Register und Literaturangaben.
Herschkowitz, Norbert: Das vernetzte Gehirn. Bern 2001.
Der Schweizer Arzt mit dem Spezialgebiet
Hirnentwicklung verfasste eine leicht verständliche
Einführung in sein Fach. Die Beschränkung auf
die lebenslangen Entwicklungsvorgänge macht sein Unterfangen übersichtlich.
Und allen, die denken, dass ihr Gehirn den Zenit bereits überschritten
hat, macht der Autor mit seinen Ausführungen zum alternden
Gehirn Mut.
Herschkowitz, Norbert, u.a.: Klug, neugierig und fit für
die Welt. Gehirn- und Persönlichkeitsentwicklung in
den ersten sechs Lebensjahren. Freiburg im Breisgau 2004.
Eines der verständlichsten und
umfassendsten Bücher zur Gehirnentwicklung bis zum
sechsten Altersjahr. Wer beruflich oder privat mit Erdenbürgern
dieser Altersklasse zu tun hat, wird nach der Lektüre
vieles anders sehen und angehen. Klar aufgebaut, grosser
Praxisbezug, überaus verständlich geschrieben
und mit vielen grafischen Erläuterungshilfen versehen.
Auch mit einem Glossar, aber ohne Stichwortverzeichnis.
Herschkowitz, Norbert: Das Gehirn. Was stimmt? Die wichtigsten Antworten. Freiburg im Breisgau 2007.
Der Autor, Kinderarzt und Neurowissenschaftler, setzt sich in seinen Publikationen zum Ziel, Forschungsresultate sprachlich und konzeptionell zu in eine Form zu bringen, dass sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden. In diesem Taschenbuch für weniger als acht Euro macht er dies auf geschickte Weise, indem er gängige Fragen aufnimmt und fundiert beantwortet. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag, damit sich unsinnige Behauptungen und störende Mythen weniger verbreiten. Paradebeispiel: Die Mär von links- und rechtshemisphärischen Persönlichkeitstypen. Zwanzig Fragen, zwanzig Antworten. Und ein Anhang mit illustrierten Ansichten des Gehirns, mit einem ausführlichern Glossar und einem weniger ausführlichen Literaturverzeichnis. Mich hat das Gesamtresultat überzeugt.
Hinterhuber, Hartmann: Die Seele. Natur- und Kulturgeschichte
von Psyche, Geist und Bewusstsein. Wien 2001.
Im strengen Sinn zwar kein Buch über
Gehirnforschung, aber sehr lesenswert, wenn man an den
kulturgeschichtlichen Aspekten von Bewusstem und Unbewusstem
interessiert ist. Ausserdem bezieht der Vorstand der
psychiatrischen Universitätsklinik Innsbruck die
Ergebnisse der modernen Hirnforschung in seine Übersicht
ein und fördert damit das Verständnis neurologischer
Vorgänge.
Hubert, Martin: Ist der Mensch noch frei? Wie die Hirnforschung unser Menschenbild verändert. Düsseldorf 2006.
Der Autor ist Wissenschaftsjournalist und weiss, wie man komplexe Sachverhalte so aufbereitet, dass sie einem breiterem Publikum näher gebracht werden können, ohne ins Banale abzurutschen. Solche Fähigkeiten sind beim Thema „Freier Wille“ ganz besonders gefragt. Martin Hubert beginnt mit einer Vorstellung der häufigsten Menschenbilder, führt in das Reich der Emotionen ein, stellt die verschiedenen Theorien zum Bewussten und Unbewussten vor, beschreibt das menschliche Ich-System, das soziale Gehirn und bezieht persönlich Stellung. Auch bei der Grenzziehung zwischen Freiheit und Gewissen. Obwohl überaus verständlich und anschaulich geschrieben, bedingt die Lektüre ein gewisses Vorwissen und viel Neugier.
Hüther, Gerald: Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen
das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern. Göttingen
2004.
Der Göttinger Professor für
Neubiologie hat ein schmales Bändchen von 134 Seiten
geschrieben, das alle lesen sollten, die sich intensiver
mit der Entstehung und Wirkung innerer Vorstellungsbilder
beschäftigen wollen. Klar, einleuchtend und auf
dem neusten Stand der Forschung.
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