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Wirtschaftswissenschaften, Marketing & Werbung

Anlanger, Roman, Engel, Wolfgang A.: Trojanisches Marketing. Mit unkonventionelle Werbung zum Markterfolg. Planegg/München 2008.
Wer mit dem Anspruch auftritt, eine neue Methode erfunden zu haben, fühlt sich dazu gedrängt, dem Ganzen einen Namen zu geben und diesen gleich mit einem Copyright zu belegen. Dieser Versuchung zu erliegen, ist eigentlich das Einzige, was mich an diesem Buch stört. Denn so neu ist die Methode auch wieder nicht. Aber den beiden Autoren ist es gelungen, vorhandenes Wissen neu zu ordnen, besser zu veranschaulichen und mit guten Praxisbeispielen den Leser zu verkaufen. Ein Buch, das man immer wieder in die Hand nehmen kann, um sein eigenes System abzugleichen und neue Instrumente zu integrieren. Den Beitrag über Storytelling verantworte ich selber.

Baginski, Rainer: Wir trinken so viel wir können, den Rest verkaufen wir. Über Werber und Werbung. München 2000.
Die Werber sind dafür bekannt, dass sie sich gerne selber feiern. Das ist mit ein Grund, weshalb es Hunderte von Büchern über Ihr Schaffen gibt. In den Agenturen stehen sie auch als Ideenlieferanten für eigenes Schaffen. Das Werk von Baginski ist eine solche Fundgrube. Mit CD.

Bauer, Lian Maria: Szenerien. Handbuch zur Warenpräsentation auf der Bühne des Schaufensters. Frankfurt am Main 1997.
Helden und Geschichten brauchen einen Raum, eine Bühne. Dass diese Vorbedingung für ihr Auftreten noch nicht in allen köpfen ist, zeigt die Qualität der meisten Schaufenster. In diesem Buch finden wir Beispiele für das Inszenieren von Produkten.

Bäumler Susanne (Hrsg.): Die Kunst zu werben. Das Jahrhundert der Reklame. Köln 1996.
Da Werbung zum kulturellen Schaffen des Menschen gehört, braucht es auch Bücher wie dieses. Spannende Texte und reichhaltiges Bildmaterial führen den Leser in diese Kulturform der Moderne ein.

Belz, Christian Bieger, Thomas Customer Value: Kundenvorteile schaffen Unternehmensvorteile. Frankfurt am Main 2004.
Ein gewaltiges und umfangreiches Werk, das viele Aspekte neurologisch geprägter Psychologie aufnimmt, aber nur selten konsequent weiterverfolgt. Dennoch ein Buch, das Markenstrategen viele Ideen liefert und Möglichkeiten der Umsetzung aufzeigt.

Berghoff, Hartmut (Hrsg.): Marketinggeschichte. Die Genese einer modernen Sozialtechnik. Frankfurt am Main 2007.
Zur Geschichte des Marketings im deutschen Sprachraum gibt es bislang nur wenig Literatur. Die Lücke wird zwar auch mit diesem Sammelband verschiedener Beiträge nicht gefüllt, aber doch ein wenig kleiner. Inputs und Ergebnisse eines Workshops geben interessante Einblicke in die verschiedensten Bereiche, was die Lektüre trotz manchmal schwer verständlicher Formulierungen lohnt. Überrascht hat mich, dass zwischen den Zeilen oder sogar ausformuliert zugegeben wird, Intuition sei ebenso wichtig wie die Methode von Versuch und Irrtum.

Berres, Anita: Marketing und Vertrieb mit dem Internet. Ein Leitfaden für mittelständische Unternehmen. Heidelberg 1997.
Beim Erscheinen einer der wenigen nützlichen Ratgeber. Inzwischen in vielen wichtigen Details überholt, obwohl das Grundsätzliche noch immer gilt.

Bolz, Norbert: Die Wirtschaft des Unsichtbaren. Spiritualität – Kommunikation – Design – Wissen: Die Produktivkräfte des 21. Jahrhunderts. München 1999.
Um den Shooting-Star der Medientheoretiker wurde es in den letzten Jahren etwas ruhiger, was ich bedaure. Denn als später Nachfahre Nietzsches ging er schnurstracks und ohne Rücksicht auf Liebesverlust auf den Kern einer Sache zu. Das führt zwar zu formalen und inhaltlichen Übertreibungen, aber auch zu einem schärferen Bild. Als kein Gewäsch, wie Menschen und Konsumenten sein sollen, sondern knallharte Behauptungen wie die Gattung Mensch so lange überlebte und wie ihr weiterer Weg aussehen wird.

Birkigt, Klaus u.a.: Corporate Identity. Grundlagen, Funktionen, Fallbeispiele. 11. Aufl. München 2002.
Der Klassiker für alle CI-Spezialisten. In ihm steht so ziemlich alles, was man zum Thema wissen muss. Kombiniert mit den Instrumenten aus „Tausend und eine Macht“ ist die Werkzeugkiste voll. Wichtig ist vor allem der Ansatz, dass ein Unternehmen eine Persönlichkeit ist und damit auch als solche behandelt werden soll.

Blatter-Constantin, Martin: Marketing-Erfolg im Internet. Zürich 2003.
Der Autor konnte auf die Mithilfe vieler Studenten zählen, die offenbar mit Begeisterung dabei waren und ihr jugendliches Wissen einbrachten. Noch immer sehr empfehlenswert, zumal es auf dem Internet eine Fortsetzung gibt.

Boorman, Neil: Good bye, Logo. Wie ich lernte, ohne Marken zu leben. Berlin 2007
Kein Lehrbuch, kein Ratgeber und kein Akquisitionsprodukt, sondern einfach bestes Storytelling zum Thema Markenwelt. Die Story ist gut, eine echte Bekehrungsgeschichte. Neil Boorman ist markensüchtig und holt zu einem medial inszenierten Befreiungsschlag aus, indem er seinen immensen Markenberg im Wert von über 30'000 € in Flammen aufgehen lässt. Bis es allerdings so weit ist, muss der Leser 184 Seiten warten. Doch kurzweiliger kann es beim Nichtstun kaum zugehen, lässt der Autor doch seine Leser an den Vorbereitungsarbeiten, den Hintergründen und den persönlichen Zweifeln teilnehmen. So erfahren wir ganz beiläufig viel über unsere eigenen Gewohnheiten, Zwänge und Sehnsüchte. Und vor allem ganz viel über Marken.

Brown, Stephen: Die Botschaft des Zauberlehrlings. Die Magie der Marke Harry Potter. München 2005.
Der Professor für Marktforschung an der University of Ulster geniesst in Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf. Den hat ihm nicht nur seine wissenschaftliche Leistung, sondern auch sein Talent als Geschichtenerzähler eingetragen. Daher erstaunt es auch nicht, dass er der erste renommierte Marketer ist, der die Erfolgsgeschichte von Harry Potter genauer unter die Lupe nimmt, um seinen Lesern so das 1x1 des Beeinflussens zu veranschaulichen. Auch eine Möglichkeit, die 12 Instrumente von „Tausend und eine Macht“ zu beschreiben. Eine sehr gute sogar.

Bosshart, David: Billig. Wie die Lust am Discount Wirtschaft und Gesellschaft verändert. Frankfurt am Main 2004.
Der Leiter des renommierten Gottlieb-Duttweiler-Instituts nimmt die Geiz-ist-geil-Bewegung genauer unter die Lupe. Das lohnt sich deshalb, weil dahinter mehr als eine vorübergehende Mode steht. Dennoch bin ich der Meinung, dass er die Zukunft allzu durch die Geldbrille betrachtet. Das Materielle ist nur einer von vielen Aspekten, die menschliches Verhalten steuern. Ausserdem hat die Preisstrategie ihre Tücken, die ich Unternehmen lieber ersparen möchte.

Bruhn, Manfred (Hrsg): Die Marke. Symbolkraft eines Zeichens. Bern 2001.
Verschiedene Aufsätze und Sichten zu einem Thema, das inzwischen so breit getreten wurde, dass wirklich Neues nur noch schwer zu finden ist. In diesem Buch wird der Leser wenigstens bei einigen Autoren fündig.

Buchanan, Mark: Warum die Reichen reicher werden und ihr Nachbar so aussieht wie Sie. Neue Erkenntnisse aus der Sozialphysik. Frankfurt am Main 2008.
Ein interessantes Buch über die Gesetzmässigkeiten sozialen Verhaltens. Vor allem weil es von einem Physiker verfasst wurde, der gerne Brücken zu den Geisteswissenschaften zählt. Mark Buchanan geht von der These aus, dass sich auch in komplexen Systemen Muster bilden, die wir erkennen und steuern können. Zu den unabdingbaren Pfeilern dieser Konstruktionen gehört aber die Bereitschaft, sich auf neue Sichten einzulassen und alten Lieben Adieu zu sagen. Schade, dass es dem Autor nicht gelingt, die Aufmerksamkeit des Lesers  nicht so hoch zu halten wie zu Beginn des Buches.

Buchholz, Andreas, Wördemann, Wolfram: Was Siegermarken anders machen. Wie jede Marke wachsen kann. 2. Aufl. Düsseldorf 1998.
Eines der vielen Bücher, die bekannte Marken analysieren und dann eine Theorie nachschieben, die in der Praxis kaum umsetzbar ist. Trotzdem immer wieder beliebt.

Busch, Burkhard G.: Aktive Kundenbindung. Berlin 1998.
Eine gut lesbare, übersichtlich strukturierte Einführung in die klassische Theorie von CRM-Massnahmen, wie sie an den Studienlehrgängen für Marketingplaner gelehrt wird.

Caruso, David R., Salovey, Peter: Managen mit emotionaler Kompetenz. Die vier zentralen Skills für ihren Führungsalltag. Frankfurt am Main 2005.
Auf den Arbeiten dieser beiden Autoren beruht zum grossen Teil Goleman's Bestseller „Emotionale Intelligenz“. Das Original gefällt mir besser, weil es ohne viele Zutaten auskommt, theoretisch besser verankert ist und Strategien zur Umsetzung vorstellt, die sich bereits bewährt haben.

Coyle, Diane: Sex, Drugs & Economics. Eine nicht alltägliche Einführung in die Wirtschaft. Frankfurt am Main 2004.
Für alle Lehrbuchmuffel eine valable Alternative, sich in Wirtschaftswissenschaftliches einzulesen. Beispiel aus der Geschichte, den Medien und dem ganz gewöhnlichen Alltag erwecken Formelhaftes zum Leben. Ausserdem geht die Autorin weniger als ihre Kollegen davon aus, der Mensch sei ein vernünftiges Wesen, das man vom Schreibtisch zum Konsumententanz verführen kann.


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