Wirtschaftswissenschaften, Marketing & Werbung
Leemann, Eduard: Dynamik des Geldes. Geldtrieb und Selbstorganisation der Marktwirtschaft. Zürich 1998.
Wer je ein Referat über Geld halten muss und seinen Zuhörern nicht die üblichen Plattitüden bieten will, muss dieses Buch für die Vorbereitung beiziehen. Denn Geld ist nicht einfach eine Ware wie jede andere, sondern auch ein Kommunikationsmedium. Und die Marktwirtschaft ist kein planbares Ding, sondern organisiert sich selber. Leemann gibt Hinweise, wo wir ins System eingreifen können und wo wir es besser unterlassen sollten.
Lindstrom, Martin: Marken-Kids. Neues über die Erlebniswelt und das Markenbewusstsein der 8- bis 14-Jährigen. Frankfurt am Main 2003.
Musterbeispiel, wie Ergebnisse von Marktforschung und Umfragen in die Praxis einfliessen sollen. Gehört für mich zur Pflichtlektüre, wenn Kids so angesprochen werden müssen, dass wir sie in ihren ganz eigenen Geschichten und Welt abholen sollten. Eine Fundgrube von Aussagen und Erkenntnissen, mit denen man Kunden ungewöhnliche Marketingkonzepte besser verkaufen kann.
Linxweiler, Richard: Marken-Design. Marken entwickeln, Markenstrategien erfolgreich umsetzen. Wiesbaden 1999.
Der Autor zeigt auf, wie man Marken generalsstabsmässig entwickelt und umsetzt. Für meinen Geschmack beruht das Ganze aber doch zu stark auf dem Bild vom rationalen Menschen. Wer sich nur Einzelteile herauspickt und sie in pragmatischere Massnahmenpläne einsetzt, kann bei Linzweiler aber viel lernen.
Loebbert, Michael: Storymanagement. Der narrative Ansatz für Management und Beratung. Stuttgart 2003.
Dem Unternehmensberater, Erziehungswissenschaftler und Philosophen Michael Loebbert gebührt die Ehre, Storytelling als Erster im deutschen Sprachraum systematisch aufgearbeitet zu haben. Und wie das bei Erstlingswerken oft ist, schiesst der Autor punkto Erklärungsdrang manchmal über das Ziel hinaus. Zusammen mit dem Nachfolger „The Art of Change“ jedoch ein vollständiger Werkzeugkoffer für Erfinder von Geschichten im Management- und Marketingbereich.
Loebbert, Michael: The Art of Change. Von der Kunst, Veränderungen in Unternehmen und Organisationen zu führen. Leonberg 2006.
Für Einsteiger in die Kunst des Storytelling das ideale Buch, um sich über die Grundprinzipien, die Anwendungen und die Instrumente ein erstes Bild zu machen. Der klare Aufbau, die vielen Beispiele und kleine Aufgaben erleichtern das Verständnis. Man merkt, dass der Autor nun endgültig vom Theoretiker zum Praktiker geworden ist. Kann ich sehr empfehlen.
Lüchinger, René: Bildmarken. Meilensteine der Markengeschichte. Zürich 2003.
Schönes Bilderbuch mit bekannten Beispielen, die inspirierend wirken und dazu animieren, die langwierige Arbeit eines Markenaufbaus mit Elan anzugehen. Auch für Liebhaber von Kulturgeschichte ein erfrischendes Werk.
Marwinski, Gabriele: Geschäftserfolg – unheimlich weiblich. Zürich 2003.
Unter den unzähligen Erfolgsbüchern ist dieses eine Perle. Denn die Autorin führt den Lesern auf unterhaltsame Weise vor, wie Marketingtheorie umgesetzt wird, worauf es zu achten gilt und wo die Theorie versagt. Das reale Übungsobjekt: ein Zahnarztpraxis in Bochum, in der inzwischen 14 Angestellt arbeiten und die Ideen der Autorin verinnerlicht haben.
Mandelbrot, Benoit B., Hudson, Richard L.: Fraktale und Finanzen. Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin. München 2005.
Obwohl in Amerika zum besten Wirtschaftsbuch des Jahres gewählt, wird dieses Werk in Europa kaum beachtet. Das mag am Umfang von 450 Seiten liegen, an der Übersetzung, an den fehlenden Zusammenfassungen und an der Materie an sich. Schade ist es trotzdem. Denn der 1924 geborene Mathematiker Mandelbrot ist der Erfinder der fraktalen Geometrie, die unter dem Segel der Chaostheorie vor einigen Jahren in abgespeckter Form popularisiert wurde. Mir leisten die Ausführungen und Beispiele der beiden Autoren nicht nur bei Referaten in Banken gute Dienste. Und wenn ich es mit meinen bescheidenen Mathematikkenntnissen verstanden habe, werden auch andere Interessierte den interessanten Inhalt aufnehmen können. Neugierige sollten nicht vergessen, dass Finanzmärkte ebenso irrationalen menschlichen Verhaltensmustern folgen wie der Konsum vom Ideen, Dienstleistungen und Produkten.
McKinsey&Company: Mega-Macht Marke. Erfolg messen, machen, managen. Frankfurt am Main 2004.
Wer bei McKinsey arbeiten will, muss einen gut entwickelten Sinn für detaillierte Konzepte haben. Und er muss zur Glaubensgemeinschaft derer gehören, die den Homo oeconomicus anbeten. Messen, machen, managen. Das muss nicht falsch sein, aber in der richtigen Dosis geschehen. Meine Rezeptur ist anders zusammengesetzt.
Meffert, Heribert, Bruhn, Manfred: Dienstleistungsmarketing. Grundlagen – Konzepte – Methoden. 3. Aufl. Wiesbaden 2000.
Ein Lehr- und Studienbuch, das den gegenwärtigen Stand des Schulwissens gut zusammenfasst, Begriffe erklärt, mit einer Fülle von Diagrammen aufwartet und so viel Stoff bietet, dass Marketingabteilungen eigentlich nur noch wachsen können. Viele Thesen und Denkmodellen nehmen die Macht des Unbewussten noch immer nicht ernst genug.
Meffert, Heribert: Marketingforschung und Käuferverhalten. 2. Aufl. Wiesbaden 1992.
Der Basler Universitätsprofessor publiziert viel und gilt auch in diesen Bereichen als Grösse, an der sich Studenten und junge Nachwuchskräfte messen wollen. Eine umfassende Übersicht mit Formeln und Schaubildern. Die Sprache ist akademisch, der Ansatz sehr rationale.
Meyer, Tobias: Cross-Marketing. Allianz, die stark machen: Mit Partner schneller erfolgreich werden. Göttingen 2007.
Da man unter "Cross-Marketing" die verschiedensten Formen partnerschaftlicher Zusammenarbeit im Marketing versteht, ist eine solche Übersicht sehr hilfreich. Vor allem wenn sie so systematisch aufgebaut und verständlich geschrieben ist. In sieben Kapiteln werden alle wichtigen Fragen aufgezeigt und fast ausnahmslos geklärt. Ein Ratgeber,, der auf lästige Geschwätzigkeit verzichtet, alles Wesentliche auf den Punkt bringt, der Theorie durch unzählige Beispiel Leben einhaucht und den Praktikern immer wieder das Wort erteilt.
Mikunda, Christian: Marketing spüren. Willkommen am Dritten Ort. Frankfurt am Main 2002.
Einer meiner Lieblingsautoren, da er aufgrund seiner Biografie als Film- und Fernsehdramaturg einen Zugang zum Marketing hat, der neurologische Erkenntnisse ohnehin berücksichtigt, auch wenn sie unter anderen Begriffen einfliessen. Eine Inszenierung ist mehr als ein Dutzendevent - und ein gutes Gespür mehr als korrektes Vorgehen. Der Autor entwirft seine Theorie, aus denen sich ein Rezeptbuch für Erlebniswelten schreiben lässt, nimmt den Leser zu Brandlands, Messen und Expos mit, skizziert Stadt-Events, Urban Entertainment Centers und Hip Lokale, gibt seine Lieblingsbeispiele von Flagship Stores, Concepts Stores und Design Malls preis, veranschaulicht den Begriff Convenience Entertainment und zeigt im Kapitel Mood Management, wie Zwischenorte zu Schauplätzen werden. Auf der beigelegten CD-ROM findet sich nebst vielen anderen Filmchen auch einer meiner Lieblingsspots wieder: The Guardian. Wer wirklich zeitgemässes Marketing machen will, kommt an Mikunda einfach nicht vorbei.
Mikunda, Christian: Der verbotene Ort oder Die inszenierte Verführung. 2. Aufl. Frankfurt am Main 2005.
Im zweiten Buch systematisierte Mikunda seine bisherige Arbeit und Theorie. Im ersten Teil legt er die psychologische Basis, im zweiten Kapitel führt Mikunda seine Leser locker und leicht in das Handwerk eines Dramaturgen ein, um im dritten Kapitel schliesslich auf das System einzugehen. Da es ohne Gespür für Geschichten und Inszenierungen keine erfolgreichen Marketer mehr geben wird, erlebt dieses Buch bestimmt auch eine dritte Auflage. Ganz klare Pflichtlektüre.
Moritz, Torsten: Emotionen und Printwerbung. Wie unbewusste und bewusste Emotionen unsere Gedächtnisleistung beeinflussen. Saarbrücken 2007.
Leser dieser wissenschaftlichen Arbeit erfahren zwar wenig Neues, erhalten aber einen äußerst interessanten Einblick in die experimentelle Werbewirkungsforschung. Torsten Moritz beschreibt die Versuchsanordnungen sehr minuziös. Im theoretischen Teil gibt er Antworten auf die Fragen, was Emotionen sind, was man unter Bewusstsein und Unbewusstem versteht, wie das Gedächtnissystem Informationen speichert und wie unbewusste Prozesse in der Wahrnehmung bzw. im Gedächtnis ablaufen. Die Ergebnisse der zurzeit bedeutendsten Emotionsforscher flossen bedauerlicherweise nicht in seine Arbeit ein.
Nöcker, Ralf, Burrack, Heiko: Vom Pitch zum Award. Wie Werbung gemacht wird. Insights in eine ungewöhnliche Branche. Frankfurt am Main 2008.
Auf über 214 Seiten werden dem Leser Einblicke in die Werbewelt geboten, Fragen beantwortet, Mythen aufgelöst und Meinungen von Insidern vorgestellt. Nicht alles kann geklärt werden, und einige Widersprüche bleiben bestehen oder werden sogar zementiert. Aber wer wissen möchte, wie die Werbebranche sich veränderte, wo sie heute steht und welche Anforderungen an die verschiedenen Berufsfelder gestellt werden, erhält umfassende und leicht verständliche Antworten.
Nolte, Kristina: Der Kampf um Aufmerksamkeit. Wie Medien,
Wirtschaft und Politik um eine knappe Ressource ringen. Frankfurt
am Main 2005.
Die Autorin setzt sich wissenschaftlich
mit dem knappsten Gut des 21. Jahrhunderts, der Aufmerksamkeit,
auseinander. Als Agentur-Chefin, Journalistin und PR-Frau
weiss sie, wie man trotz Anmerkungen, Zitaten und Querverweisen
Leser sprachlich erreichen kann. Und obwohl der Begriff „Marketing“ selten
vorkommt, geht es letztlich genau darum. Gute Literaturangaben.
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